Bauträgervertrag: Risiken für den Käufer

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Rechtsanwalt Dr. Michael Zecher zum Thema Bauträgervertrag: Risiken für den Käufer

Top Schlagworte: Käufer Bauträger Risiken

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Ein Unterschied zum klassischen Bauvertrag auf dem eigenen Grundstück besteht darin, dass der Verbraucher beim Bauträgervertrag nicht als Bauherr gilt, sondern als Käufer. Das Grundstück gehört erst einmal dem Bauträger, er tritt als Bauherr auf und verkauft das Grundstück mit einer Bauverpflichtung über ein Einfamilienhaus, eine Neubau-Eigentumswohnung oder eine sanierte Altbauwohnung.
Um nicht auf unseriöse Bauträger hereinzufallen ist zu empfehlen, einen Firmencheck durchzuführen. Dabei wird auch die Fachkompetenz und wirtschaftliche Leistungskraft des ins Auge gefassten Vertragspartners eingeschätzt. Der Bauträger sollte vor dem Verkauf sein Eigentum am Baugrundstück nachweisen. Rechte des Erwerbers müssen durch eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch gesichert, Baugenehmigung samt Abgeschlossenheitsbescheinigung bei Vertragsabschluss nachgewiesen werden.

Beim Bauträgervertrag muss darauf geachtet werden, dass Bauverpflichtung, Bau- und Leistungsbeschreibung, Lageplan und Baupläne ausreichend beschrieben sind. In der Regel muss der Erwerber den Kaufpreis nicht erst nach mängelfreier Fertigstellung des Hauses und Eigentumsumschreibung zahlen. Sie sind stattdessen während der Bauphase gehalten, Abschlagszahlungen an den Bauträger zu leisten - ohne zunächst Eigentum am Grundstück und der bereits bezahlten Bauleistungen zu erhalten. Sie gehen also in finanzielle Vorleistung. Dies kann aufgrund gefährlich werden. Bei einer Firmeninsolvenz kann das Geld unwiederbringlich weg sein, ohne dass Eigentum erworben wurde

In Bauträgerverträgen fehlen häufig verbindliche Festlegungen zu Baubeginn, Bauzeit und Fertigstellungstermin, Sonderwünsche sind nicht aufgenommen. Auch das führt zu erheblichen finanziellen Risiken. Deshalb wird dringend empfohlen, dazu konkrete vertragliche Regelungen zu vereinbaren. Für Bauzeitenüberschreitung sollte eine Vertragsstrafe aufgenommen werden. Dabei helfen Rechtsanwälte.




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Datum: 09.12.2011
zuletzt überarbeitet: 09.12.2011
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Bau- und Architektenrecht

Rechtsanwalt Dr. Michael Zecher
Anwaltskanzlei Dres. Zecher u. Coll.
74360 Ilsfeld
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Gesetze zum Thema:
HGB § 375
(1) Ist bei dem Kaufe einer beweglichen Sache dem Käufer die nähere Bestimmung über Form, Maß oder ähnliche Verhältnisse vorbehalten, so ist der Käufer verpflichtet, die vorbehaltene Bestimmung zu treffen.(2) Ist der Käufer mit der Erfüllung dieser Verpflichtung im Verzug, so kann der Verkäufer die Bestimmung statt des Käufers vornehmen oder gemäß den §§ 280, 281 des Bürgerlichen Gesetzbuchs Schad...
BGB § 2382
Bürgerliches Gesetzbuch
Haftung des Käufers gegenüber Nachlassgläubigern
(1) Der Käufer haftet von dem Abschluss des Kaufs an den Nachlassgläubigern, unbeschadet der Fortdauer der Haftung des Verkäufers. Dies gilt auch von den Verbindlichkeiten, zu deren Erfüllung der Käufer dem Verkäufer gegenüber nach den §§ 2378, 2379 nicht verpflichtet ist.(2) Die Haftung des Käufers den Gläubigern gegenüber kann nicht durch Vereinbarung zwischen dem Käufer und dem Verkäufer ausges...
BGB § 2375
Bürgerliches Gesetzbuch
Ersatzpflicht
(1) Hat der Verkäufer vor dem Verkauf einen Erbschaftsgegenstand verbraucht, unentgeltlich veräußert oder unentgeltlich belastet, so ist er verpflichtet, dem Käufer den Wert des verbrauchten oder veräußerten Gegenstands, im Falle der Belastung die Wertminderung zu ersetzen. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Käufer den Verbrauch oder die unentgeltliche Verfügung bei dem Abschluss des Kauf...

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