Chancen und Gefahren eines befristeten Arbeitsvertrages

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Rechtsanwalt Alexander Plumbohm zum Thema Chancen und Gefahren eines befristeten Arbeitsvertrages

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Befristete Arbeitsverhältnisse sind in vielen Branchen bereits seit langer Zeit üblich und werden mittlerweile bei jeder zweiten Neuanstellung eingegangen. Auch zukünftig erscheint es bereits aufgrund der allgegenwärtigen Auswirkungen der Finanzkrise auf deutsche Unternehmen naheliegend, dass Arbeitgeber noch vermehrt auf befristete Arbeitsverträge zurückgreifen werden.
Arbeitsvertragsbefristungen werden von Unternehmen aus Gründen der Flexibilisierung der Personalgestaltung vorgenommen. Die Befristung der Arbeitsverhältnisse mit Mitarbeitern ermöglicht es den Arbeitgebern zum Einen, ihre Arbeitnehmer zu erproben, und das über einen längeren als den sechsmonatigen Zeitraum der Probezeit. Zum anderen ist es den Unternehmen so möglich, entsprechend der wirtschaftlichen Unternehmenslage Mitarbeiter im Bedarfsfalle flexibel einzusetzen, d.h. befristet anzustellen, ohne dabei Gefahr zu laufen, sich nach Ablauf der Befristung den Problemen des Kündigungsschutzes ausgesetzt zu sehen. Ein befristeter Arbeitsvertrag bedarf naturgemäß keiner Kündigung, sondern endet mit Ablauf der vereinbarten Zeit oder dem Erreichen des vereinbarten Zwecks.
Eine zulässige Befristung setzt als vom Gesetzgeber gewünschte Regelbefristung einen sachlichen Grund voraus. Alternativ hierzu ist eine sachgrundlose Befristung ebenfalls zulässig. Allerdings nur in dem Falle, dass sich die Befristung auf die Dauer von zwei Jahren beschränkt und während dieser Zeit die vereinbarte Befristung nur maximal dreimal verlängert wurde. Sollte Seitens des Arbeitgebers diese zeitliche Komponente nicht eingehalten worden sein, so besteht zwischen den Arbeitsvertragsparteien ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit allen Rechtsfolgen zugunsten des Arbeitnehmers. Auch ein etwaiger Formangel, der nicht selten auf Nachlässigkeiten des Arbeitgebers zurückzuführen ist, eröffnet dem Arbeitnehmer die Möglichkeit, seinen Anspruch auf Bestehen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses geltend zu machen. Befristungen bedürfen stets der Schriftform. So kann insbesondere die in einem befristeten Arbeitsvertrag, der von dem Arbeitnehmer erst nach Arbeitsaufnahme unterzeichnet wurde, die darin enthaltene Befristung unwirksam sein. Für eine wirksame sachgrundlosen Befristung ist es erforderlich, dass zwischen den Arbeitsvertragsparteien zuvor noch niemals ein wie auch immer geartetes Arbeitsverhältnis bestand. Sollte sich während eines Arbeitsverhältnisses herausstellen, dass dem nicht so ist, gibt dies dem Arbeitnehmer die Möglichkeit zur Erhebung der sogenannten Entfristungsklage. Allerdings hat auch der Arbeitgeber durch entsprechende Fragerechte die Möglichkeit, sich vor bösen Überraschungen nach Ablauf des befristeten Arbeitsverhältnisses zu schützen.
Auch bei den Sachgrundbefristungen können für den Arbeitgeber erhebliche Fallstricke zu Tage treten. Erweist sich etwa ein allzu leichtfertig zunächst festgelegter Sachgrund in einem Prozess als nicht vorliegend, kann dies zu einer Verurteilung des Arbeitgebers zur Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis führen.
Arbeitnehmer, die sich gegen eine aus ihrer Sicht unwirksame Befristung wenden wollen, haben drei Wochen Zeit, nach dem vereinbarten Ende des befristeten Arbeitsvertrages Klage bei dem zuständigen Arbeitsgericht zu erheben. Wird innerhalb dieser Frist die gerichtliche Geltendmachung des Arbeitnehmeranspruchs nicht verfolgt, so gilt die Befristung als von Anfang an rechtswirksam.
Aufgrund der bei einer Befristung potentiell zu Tage tretenden Gefahren, kann beiden Arbeitsvertragsparteien nur angeraten werden, sich frühzeitig anwaltlich beraten zu lassen.

Rechtsanwalt Alexander Plumbohm (Kanzlei Dr.Hörnig & Dr.Michal, Bensheim)
Tätigkeitsschwerpunkt Arbeitsrecht




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Datum: 24.03.2009
zuletzt überarbeitet: 24.03.2009
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Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Alexander Plumbohm
KMP - Kanzlei Dr. Michal & Plumbohm
64625 Bensheim
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Autor: Rechtsanwalt Alexander Plumbohm

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