Das neue Mindestlohngesetz

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Rechtsanwältin Christiane Ordemann zum Thema Das neue Mindestlohngesetz

Top Schlagworte: Arbeitgeber Mindestlohn Mindestlohngesetz

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Seit dem 1.1.2015 müssen Arbeitgeber allen Beschäftigten, auch Geringverdienern, den Mindestlohn von 8,50 € brutto pro Stunde zahlen. Der Anspruch ist unverzichtbar. Leistet also ein Mitarbeiter mit Festgehalt so viele Überstunden ohne Freizeitausgleich, dass der Mindestlohn unterschritten wird, liegt ein Verstoß vor. Auch tarifliche oder vertragliche Ausschlussfristen dürfen sich nun nicht mehr auf den Mindestlohn beziehen. Ausnahmen gibt es wenige: Auszubildende und Jugendliche unter 18 Jahren ohne Berufsabschluss, bestimmte Praktikanten, Ehrenamtliche, Langzeitarbeitslose und Zeitungszusteller. In einer Übergangsfrist bis Ende 2016 dürfen Tarifverträge z.B. im Friseurhandwerk, in der Fleischverarbeitung und in der Zeitarbeit geringere Mindestlöhne vorsehen. Das Gesetz verpflichtet die Arbeitgeber für alle Minijobber in bestimmten \"gefährdeten\" Branchen zur Dokumentation für Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit spätestens 7 Tage nach der Arbeitsleistung und diese Aufzeichnungen zwei Jahre aufzubewahren und bereitzuhalten. Das MiLoG sieht darüber hinaus unter bestimmten Voraussetzungen eine Subunternehmer-Haftung vor. Der Zoll kann die Einhaltung der MiLoG-Bestimmungen überprüfen. Bei Verstößen können Bußgelder bis zu 30.000 bzw. bis zu 500.000 € verhängt werden.




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Datum: 29.07.2015
zuletzt überarbeitet: 29.07.2015
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Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Christiane Ordemann
Anwaltsbüro Ordemann
28215 Bremen
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Gesetze zum Thema:
SGB 5 § 152
Ausscheiden von Betrieben

(1) Geht von mehreren Betrieben desselben Arbeitgebers, für die eine gemeinsame Betriebskrankenkasse besteht, ein Betrieb auf einen anderen Arbeitgeber über, kann jeder beteiligte Arbeitgeber das Ausscheiden des übergegangenen Betriebes aus der gemeinsamen Betriebskrankenkasse beantragen.

(2) Besteht für mehrere Betriebe verschiedener Arbeitgeber eine gemeinsame Betriebskrankenkasse, kann jeder beteiligte Arbeitgeber beantragen, mit seinem Betrieb aus der gemeinsamen Betriebskrankenkasse auszuscheiden. Satz 1 gilt nicht für gemeinsame Betriebskrankenkassen mehrerer Arbeitgeber, deren Satzung eine Regelung nach § 144 Absatz 2 Satz 1 enthält.

(3) Über den Antrag auf Ausscheiden des Betriebes aus der gemeinsamen Betriebskrankenkasse entscheidet die Aufsichtsbehörde. Sie bestimmt den Zeitpunkt, zu dem das Ausscheiden wirksam wird.

BetrVG § 85
Behandlung von Beschwerden durch den Betriebsrat

(1) Der Betriebsrat hat Beschwerden von Arbeitnehmern entgegenzunehmen und, falls er sie für berechtigt erachtet, beim Arbeitgeber auf Abhilfe hinzuwirken.

(2) Bestehen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber Meinungsverschiedenheiten über die Berechtigung der Beschwerde, so kann der Betriebsrat die Einigungsstelle anrufen. Der Spruch der Einigungsstelle ersetzt die Einigung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat. Dies gilt nicht, soweit Gegenstand der Beschwerde ein Rechtsanspruch ist.

(3) Der Arbeitgeber hat den Betriebsrat über die Behandlung der Beschwerde zu unterrichten. § 84 Abs. 2 bleibt unberührt.

BetrVG § 92a
Beschäftigungssicherung

(1) Der Betriebsrat kann dem Arbeitgeber Vorschläge zur Sicherung und Förderung der Beschäftigung machen. Diese können insbesondere eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit, die Förderung von Teilzeitarbeit und Altersteilzeit, neue Formen der Arbeitsorganisation, Änderungen der Arbeitsverfahren und Arbeitsabläufe, die Qualifizierung der Arbeitnehmer, Alternativen zur Ausgliederung von Arbeit oder ihrer Vergabe an andere Unternehmen sowie zum Produktions- und Investitionsprogramm zum Gegenstand haben.

(2) Der Arbeitgeber hat die Vorschläge mit dem Betriebsrat zu beraten. Hält der Arbeitgeber die Vorschläge des Betriebsrats für ungeeignet, hat er dies zu begründen; in Betrieben mit mehr als 100 Arbeitnehmern erfolgt die Begründung schriftlich. Zu den Beratungen kann der Arbeitgeber oder der Betriebsrat einen Vertreter der Bundesagentur für Arbeit hinzuziehen.


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