Fristlose Kündigung und was nun?

Juristische Bibliothek auf anwalt-seiten.de - Fachartikel von Anwältinnen und Anwälten auf anwalt-seiten.de

Rechtsanwalt Philipp Krasel zum Thema Fristlose Kündigung und was nun?

Top Schlagworte: Arbeitnehmer Arbeitgeber Kündigung

an Rechtsanwalt Philipp Krasel schreiben

Nach Erhalt einer fristlosen Kündigung stellt sich für den gekündigten Arbeitnehmer regelmäßig die Frage, ob bzw. wie er dagegen vorgehen kann.

Vorauszuschicken ist, dass dem gekündigten Arbeitnehmer hierzu nicht viel Zeit zum überlegen bleibt.
Das Gesetz verlangt, dass eine Kündigungsschutzklage innerhalb einer Frist von drei Wochen nach Zugang der Kündigung bei Gericht eingereicht wird.

Für den gekündigten Arbeitnehmer ist es daher von allergrößter Wichtigkeit, dass er schnell Klarheit über die Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage erhält.
Auch eine Abfindung kann nach Ablauf der Frist regelmässig nicht mehr mit dem Arbeitgeber ausgehandelt werden.

Einer gerichtlichen Überprüfung hält eine fristlose Kündigung nur dann stand, wenn dem Arbeitnehmer ein gravierender Pflichtverstoß nachgewiesen werden kann.
Die Gerichte erkennen hier z.B. folgende Fallgruppen an:
- Diebstahl/Unterschlagung zulasten des Arbeitgebers
- Annahme von Schmiergeldern
- Selbsbeurlaubung
- schwere Beleidigung
- beharrliche Arbeitsverweigerung nach erfolgter Abmahnung.

In allen Fällen gilt, dass dem Arbeitnehmer die Kündigung spätestens zwei Wochen nachdem der Arbeitgeber von dem Kündigungsgrund erfahren hat, zugehen muss.

Des Weiterne muss der Pflichtverstoß schuldhaft, also vorsätzlich oder fahrlässig begangenworden sein. Ferner ist zu beachten, dass vor Ausspruch der fristlosen Kündigung der Betriebsrat anzuhören ist.

Weitere formale Hürden sind bei Schwangeren, Schwerbehinderten und Betriebsratsmitgliedern zu beachten.

Es lohnt sich deshalb regelmässig, eine fristlose Kündigung zeitnah durch einen Anwalt überprüfen zu lassen.




Durchsuchen



Artikel - Info

Datum: 06.09.2007
zuletzt überarbeitet: 06.09.2007
  mal gelesen.

Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Philipp Krasel
Amann Krasel Koch Rechtsanwälte
65929 Frankfurt am Main
Permalink

Autor: Rechtsanwalt Philipp Krasel    an Rechtsanwalt Philipp Krasel schreiben

Gesetze zum Thema:
BetrVG § 9
Zahl der Betriebsratsmitglieder *)
Der Betriebsrat besteht in Betrieben mit in der Regel 5 bis 20 wahlberechtigten Arbeitnehmern aus einer Person, 21 bis 50 wahlberechtigten Arbeitnehmern aus 3 Mitgliedern, 51 wahlberechtigten Arbeitnehmern bis 100 Arbeitnehmern aus 5 Mitgliedern, 101 bis 200 Arbeitnehmern aus 7 Mitgliedern, 201 bis 400 Arbeitnehmern aus 9 Mitgliedern, 401 bis 700 Arbeitnehmern aus 11 Mitgliedern, 701 bis 1.000 Arb...
BetrVG § 112a
Erzwingbarer Sozialplan bei Personalabbau, Neugründungen
(1) Besteht eine geplante Betriebsänderung im Sinne des § 111 Satz 3 Nr. 1 allein in der Entlassung von Arbeitnehmern, so findet § 112 Abs. 4 und 5 nur Anwendung, wenn 1.in Betrieben mit in der Regel weniger als 60 Arbeitnehmern 20 vom Hundert der regelmäßig beschäftigten Arbeitnehmer, aber mindestens 6 Arbeitnehmer, 2.in Betrieben mit in der Regel mindestens 60 und weniger als 250 Arbeitnehmern 2...
BetrVG § 62
Zahl der Jugend- und Auszubildendenvertreter, Zusammensetzung der Jugend- und Auszubildendenvertretung
(1) Die Jugend- und Auszubildendenvertretung besteht in Betrieben mit in der Regel 5 bis 20 der in § 60 Abs. 1 genannten Arbeitnehmer aus einer Person, 21 bis 50 der in § 60 Abs. 1 genannten Arbeitnehmer aus 3 Mitgliedern, 51 bis 150 der in § 60 Abs. 1 genannten Arbeitnehmer aus 5 Mitgliedern, 151 bis 300 der in § 60 Abs. 1 genannten Arbeitnehmer aus 7 Mitgliedern, 301 bis 500 der in § 60 Abs. 1 g...

Die hier veröffentlichten Informationen stellen lediglich allgemeine Hinweise dar. Durch die Zurverfügungstellung dieser Informationen kommt weder ein Vertrag mit dem Leser zustande, noch kann hierdurch eine fundierte rechtliche Beratung ersetzt werden. Es wird keine Haftung übernommen im Hinblick auf Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen. Alle Rechte verbleiben beim Autor, eine Wiedergabe über egal welches Medium bedarf der Erlaubnis.