KONSEQUENZEN VON SOG. KUCKUCKSKINDERN

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Rechtsanwältin Dr. Vanessa Staude zum Thema KONSEQUENZEN VON SOG. KUCKUCKSKINDERN

Top Schlagworte: Kind Kindes Vater

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Wird ein Kind in der Ehe geboren, so gilt zunächst der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist, als Vater des Kindes (§ 1592 Nr. 1 BGB).

Der Ehemann wird selbst dann als Vater des Kindes angesehen, wenn dieses Kind gar nicht von ihm, sondern von einem anderen Mann ist. Auch die Anerkennung der Vaterschaft durch den Erzeuger, den biologischen Vater, ändert daran zunächst einmal nichts. Die Anerkennung durch den biologischen Vater bleibt schwebend unwirksam, solange ein anderer Mann – z.B. der Ehemann – als Vater des Kindes gilt.

Die Vaterschaftsvermutung, die Vaterschaftsanerkennung bzw. die gerichtliche Vaterschaftsfeststellung haben jedoch auch zahlreiche Rechtsfolgen. Man sollte wissen, dass das Kind Verwandter des rechtlichen Vaters (und dessen gesamter Verwandtschaft) ist. Hierdurch hat der Ehemann eine Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind, die grundsätzlich bis zum Abschluss der Erstausbildung besteht. Ferner entstehen eine Unterhaltspflicht für die Kindesmutter sowie nach dem Tod des Ehemannes Erbansprüche. Ebenfalls entstehen sozialrechtliche Ansprüche, z.B. auf Mitversicherung in der Familienversicherung.

Gegen diese Rechtsfolgen kann sich der Ehemann nur mittels Anfechtung der Scheinvaterschaft wehren. Hier ist jedoch die Frist für die Anfechtung zu beachten. Die Vaterschaft kann nur innerhalb von zwei Jahren (gerichtlich) angefochten werden. Die Frist beginnt mit Kenntnis von allen Umständen des Berechtigten, die gegen die Vaterschaft sprechen, jedoch nicht vor der Geburt des Kindes. Hierzu ist auch zu beachten, dass Vaterschaftstests, die ohne oder gegen die Einwilligung der Kindesmutter eingeholt werden, unzulässig sind.




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Datum: 21.03.2014
zuletzt überarbeitet: 21.03.2014
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Familienrecht

Rechtsanwältin Dr. Vanessa Staude
Korn Voigtsberger & Partner GbR
41844 Wegberg
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Gesetze zum Thema:
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Bürgerliches Gesetzbuch
Zulässigkeit der Annahme
(1) Die Annahme als Kind ist zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass zwischen dem Annehmenden und dem Kind ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht. Wer an einer gesetzes- oder sittenwidrigen Vermittlung oder Verbringung eines Kindes zum Zwecke der Annahme mitgewirkt oder einen Dritten hiermit beauftragt oder hierfür belohnt hat, soll ein Kind nur dann annehmen, wenn dies...
BGB § 1751
Bürgerliches Gesetzbuch
Wirkung der elterlichen Einwilligung, Verpflichtung zum Unterhalt
(1) Mit der Einwilligung eines Elternteils in die Annahme ruht die elterliche Sorge dieses Elternteils; die Befugnis zum persönlichen Umgang mit dem Kind darf nicht ausgeübt werden. Das Jugendamt wird Vormund; dies gilt nicht, wenn der andere Elternteil die elterliche Sorge allein ausübt oder wenn bereits ein Vormund bestellt ist. Eine bestehende Pflegschaft bleibt unberührt. Für den Annehmenden g...
BGB § 1593
Bürgerliches Gesetzbuch
Vaterschaft bei Auflösung der Ehe durch Tod
§ 1592 Nr. 1 gilt entsprechend, wenn die Ehe durch Tod aufgelöst wurde und innerhalb von 300 Tagen nach der Auflösung ein Kind geboren wird. Steht fest, dass das Kind mehr als 300 Tage vor seiner Geburt empfangen wurde, so ist dieser Zeitraum maßgebend. Wird von einer Frau, die eine weitere Ehe geschlossen hat, ein Kind geboren, das sowohl nach den Sätzen 1 und 2 Kind des früheren Ehemanns als auc...

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