Mietrecht Modernisierungsmaßnahmen: Was kann der Mieter tun?

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Rechtsanwältin Jasmin Pesla zum Thema Mietrecht Modernisierungsmaßnahmen: Was kann der Mieter tun?

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Modernisierungsmaßnahmen sind alle baulichen Veränderungen, durch die der Wohnswert der Mietsache verbessert wird.

Wenn der Vermieter eine Modernisierung vornimmt, muss er diese korrekt ankündigen. Dies muss er mindestens 3 Monate vor Beginn der Arbeiten schriftlich tun.

Anzugeben sind Art und Umfang, Beginn und Dauer der Arbeiten und ggf. der Betrag der zu erwartenden Mieterhöhung. Die Ankündigung gilt auch, wenn das Mietobjekt nicht betreten werden braucht, der Mieter aber mit Kosten belastet werden soll (z. B. Wärmedämmung).

Dann haben die Mieter nach Ende des Monats, in dem das Schreiben zugegangen ist, einen Monat Zeit, Einwände zu äußern. Diese Frist gilt nur, wenn der Vermieter auf sie hin-gewiesen hat. Da Fehler im Einspruch gegen eine Modernisierungsmaßnahme nach Fristablauf nicht mehr korrigiert werden können, ist es zu empfehlen, dass Sie sich anwaltlich beraten lassen, bevor Sie auf das Ankündigungsschreiben antworten.

Unterläßt der Vermieter die Ankündigung, muss der Mieter die Maßnahmen nicht dulden.

Sogenannte Luxusmodernisierungen oder unzumutbare Arbeiten, die eine besondere Härte bedeuten würden (z.B. Wegfall von Wohnräumen, Verkleinerung des Wohnraums, Umgestaltung der Wohnung oder auch natürlich eine völlige Unbenutzbarkeit der Wohnung durch umfangreiche Arbeiten - z.B. wochenlange Arbeiten an Küche oder WC.), muss der Mieter nicht dulden und kann diese zurückweisen.




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Datum: 26.01.2020
zuletzt überarbeitet: 26.01.2020
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Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Rechtsanwältin Jasmin Pesla
Kanzlei Jasmin Pesla
98724 Neuhaus am Rennweg
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Gesetze zum Thema:
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