Neue Düsseldorfer Tabelle 2010

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Rechtsanwalt Sebastian Windisch zum Thema Neue Düsseldorfer Tabelle 2010

Top Schlagworte: Elternteil Einkommen 2010

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Der Kindesunterhalt richtet sich bekanntermaßen nach der so genannten Düsseldorfer Tabelle. Die neue Düsseldorfer Tabelle, die 2010 in Kraft tritt, ist im Internet bei \"google\" abrufbar. Entscheidend für die Zahlungsverpflichtung des Unterhaltsschuldners sind zum einen das Alter des Kindes, zum anderen das Einkommen des Unterhaltsschuldners. Das Einkommen des Unterhaltsschuldners ist jedoch zu \"bereinigen\", d.h. gewisse eheprägende Verbindlichkeiten, die während der Ehe begründet worden sind, kann der Unterhaltsschuldner von seinem Einkommen noch abziehen. Im Wesentlichen haben sich die Beträge nach der neuen Düsseldorfer Tabelle erhöht.

Neu ist auch, dass das Kindergeld auf 184,00 € erhöht wird. Es ist bei der Düsseldorfer Tabelle dann darauf zu achten, dass der Unterhaltsschuldner die Hälfte des Kindergeldes (also 92,00 €) von dem aus der Düsseldorfer Tabelle ersichtlichen Betrag noch abziehen kann.

Soweit so genannte \"dynamische Unterhaltstitel\" vorliegen, werden sich die darin titulierten Unterhaltsansprüche automatisch erhöhen; Unterhaltsschuldner sollten daher auf die geänderte Tabelle mit höheren Zahlungen reagieren, um nicht mit Unterhaltszahlungen rückständig zu werden.

Sofern ein Unterhaltstitel noch nicht vorliegt (d. h. ein Urteil oder eine Jugendamtsurkunde), sollte der betreuende Elternteil darauf achten, im Interesse des Kindes einen solchen Titel herbeizuführen, damit bei ausbleibenden Zahlungen nicht erst geklagt werden muss.

Achtung: Es besteht ein Anspruch auf Errichtung eines Titels, namentlich einer Jugendamtsurkunde, den ein Anwalt für den betreuenden Elternteil einklagen kann. Ein Titel verschafft Sicherheit und spart Zeit und damit Geld, wenn Kindesunterhaltszahlungen auf einmal ausbleiben. Es muss dann nicht der Klageweg beschritten werden, sondern es kann sofort aus dem vorliegenden Titel die Vollstreckung eingeleitet werden (beispielsweise Gehaltspfändung), damit der Lebensbedarf nicht gefährdet wird.

Sofern das Kind volljährig ist, muss der Kindesunterhalt anteilig nach den jeweiligen Einkommen von Mutter und Vater untereinander aufgeteilt werden: Wenn das Kind volljährig ist besteht nämlich keine Betreuungsnotwendigkeit mehr, so dass sich auch der betreuende Elternteil dann an dem Kindesunterhalt beteiligen muss, sofern er bzw. sie nicht unter dem so genannten \"Selbstbehalt\" verdient, d. h. unter 900,00 € Einkünfte erzielt. Bei dieser Voraussetzung scheidet eine Beteiligung des betreuenden Elternteils am Unterhalt aus, so dass der andere Elternteil den vollen Kindesunterhalt zu tragen hat.

Rechtsanwalt Windisch
Fachanwalt für Familienrecht
Mediator

>> Sozius der Kanzlei Vollmer, Bock, Windisch, Renz
>> An der Brunnenstube 25
>> 55120 Mainz




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Datum: 08.01.2010
zuletzt überarbeitet: 08.01.2010
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Rechtsanwalt Sebastian Windisch
Dr.Ehling,Vollmer,Bock,Windisch,Renz
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Gesetze zum Thema:
BGB § 1680
Bürgerliches Gesetzbuch
Tod eines Elternteils oder Entziehung des Sorgerechts

(1) Stand die elterliche Sorge den Eltern gemeinsam zu und ist ein Elternteil gestorben, so steht die elterliche Sorge dem überlebenden Elternteil zu.

(2) Ist ein Elternteil, dem die elterliche Sorge gemäß § 1626a Absatz 3 oder § 1671 allein zustand, gestorben, so hat das Familiengericht die elterliche Sorge dem überlebenden Elternteil zu übertragen, wenn dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht.

(3) Die Absätze 1 und 2 gelten entsprechend, soweit einem Elternteil die elterliche Sorge entzogen wird.

BGB § 1617a
Bürgerliches Gesetzbuch
Geburtsname bei Eltern ohne Ehenamen und Alleinsorge

(1) Führen die Eltern keinen Ehenamen und steht die elterliche Sorge nur einem Elternteil zu, so erhält das Kind den Namen, den dieser Elternteil im Zeitpunkt der Geburt des Kindes führt.

(2) Der Elternteil, dem die elterliche Sorge für ein Kind allein zusteht, kann dem Kind durch Erklärung gegenüber dem Standesamt den Namen des anderen Elternteils erteilen. Die Erteilung des Namens bedarf der Einwilligung des anderen Elternteils und, wenn das Kind das fünfte Lebensjahr vollendet hat, auch der Einwilligung des Kindes. Die Erklärungen müssen öffentlich beglaubigt werden. Für die Einwilligung des Kindes gilt § 1617c Abs. 1 entsprechend.

BGB § 1618
Bürgerliches Gesetzbuch
Einbenennung

Der Elternteil, dem die elterliche Sorge für ein Kind allein oder gemeinsam mit dem anderen Elternteil zusteht, und sein Ehegatte, der nicht Elternteil des Kindes ist, können dem Kind, das sie in ihren gemeinsamen Haushalt aufgenommen haben, durch Erklärung gegenüber dem Standesamt ihren Ehenamen erteilen. Sie können diesen Namen auch dem von dem Kind zur Zeit der Erklärung geführten Namen voranstellen oder anfügen; ein bereits zuvor nach Halbsatz 1 vorangestellter oder angefügter Ehename entfällt. Die Erteilung, Voranstellung oder Anfügung des Namens bedarf der Einwilligung des anderen Elternteils, wenn ihm die elterliche Sorge gemeinsam mit dem den Namen erteilenden Elternteil zusteht oder das Kind seinen Namen führt, und, wenn das Kind das fünfte Lebensjahr vollendet hat, auch der Einwilligung des Kindes. Das Familiengericht kann die Einwilligung des anderen Elternteils ersetzen, wenn die Erteilung, Voranstellung oder Anfügung des Namens zum Wohl des Kindes erforderlich ist. Die Erklärungen müssen öffentlich beglaubigt werden. § 1617c gilt entsprechend.


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