Tatvorwurf: Unfallflucht

Juristische Bibliothek auf anwalt-seiten.de - Fachartikel von Anwältinnen und Anwälten auf anwalt-seiten.de

Rechtsanwalt Dieter Keseberg zum Thema Tatvorwurf: Unfallflucht

Top Schlagworte: Gericht Unfall Fällen

an Rechtsanwalt Dieter Keseberg schreiben

Immer wieder suchen mich Mandanten auf und halten eine polizeiliche Vorladung in Händen: Vorwurf Unfallflucht.

Viele dieser Mandanten haben jedoch einen „Unfall“ nicht wahrgenommen und verstehen daher den strafrechtlichen Vorwurf nicht.

Deshalb eine kurze Erläuterung des § 142 StGB (Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort):

Der Begriff des „Unfallbeteiligten“ ist weit zu fassen und es kommt auf das Verschulden am Unfall nicht an. Die Frage des Verschuldens am Unfall ist eine zivilrechtliche Frage im Rahmen der Unfallregulierung und für die strafrechtliche Unfallbeteiligung nicht relevant.

Im Zweifel daher in jedem Fall anhalten und die Daten (Personalien und Versicherung) miteinander austauschen.

Strafbar macht sich jedoch als Unfallbeteiligter nur derjenige, der den Unfall auch bemerkt hat.

Dies ist in der Praxis häufig ein Problem, weil viele Unfälle beim Ausparken oder Rangieren passieren und vom Fahrer nicht wahrgenommen werden.

Eine Strafbarkeit in diesen Fällen ist dann nicht gegeben, wenn der Unfall tatsächlich nicht wahrgenommen wurde.

Dieser Umstand ist gegenüber der Staatsanwaltschaft nachvollziehbar zu erläutern. Hier kommt es natürlich auf den Einzelfall an. In vielen Fällen werden „Bemerkbarkeitsgutachten“ eingeholt, um die Angaben des Beschuldigten zu überprüfen. Im Falle einer Verurteilung sind die Kosten dieses Gutachtens vom Verurteilten zu tragen.

Konsequenzen einer Verurteilung sind in der Regel Geldstrafen und der Entzug der Fahrerlaubnis für einen bestimmten Zeitraum. Beides ist abhängig von den sog. „Voreintragungen“ (Vorstrafen) und der Schadenshöhe.

Da es hier keinen „Katalog“ mit festen Strafrahmen gibt, wie zum Beispiel bei Ordnungswidrigkeiten, werden die Fälle von Gericht zu Gericht unterschiedlich bewertet und bestraft.

Deshalb sollte gerade wegen der Bedeutung des Führerscheins anwaltliche Hilfe durch einen Fachanwalt für Strafrecht in Anspruch genommen werden.




Durchsuchen



Artikel - Info

Datum: 24.03.2016
zuletzt überarbeitet: 24.03.2016
  177 mal gelesen.

Strafrecht

Rechtsanwalt Dieter Keseberg
Gertenbach u. Keseberg
34117 Kassel
Permalink

Autor: Rechtsanwalt Dieter Keseberg    an Rechtsanwalt Dieter Keseberg schreiben

Gesetze zum Thema:
ZPO § 281
Verweisung bei Unzuständigkeit
(1) Ist auf Grund der Vorschriften über die örtliche oder sachliche Zuständigkeit der Gerichte die Unzuständigkeit des Gerichts auszusprechen, so hat das angegangene Gericht, sofern das zuständige Gericht bestimmt werden kann, auf Antrag des Klägers durch Beschluss sich für unzuständig zu erklären und den Rechtsstreit an das zuständige Gericht zu verweisen. Sind mehrere Gerichte zuständig, so erfo...
FamFG § 3
Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit
Verweisung bei Unzuständigkeit
(1) Ist das angerufene Gericht örtlich oder sachlich unzuständig, hat es sich, sofern das zuständige Gericht bestimmt werden kann, durch Beschluss für unzuständig zu erklären und die Sache an das zuständige Gericht zu verweisen. Vor der Verweisung sind die Beteiligten anzuhören.(2) Sind mehrere Gerichte zuständig, ist die Sache an das vom Antragsteller gewählte Gericht zu verweisen. Unterbleibt di...
FamFG § 5
Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit
Gerichtliche Bestimmung der Zuständigkeit
(1) Das zuständige Gericht wird durch das nächsthöhere gemeinsame Gericht bestimmt: 1.wenn das an sich zuständige Gericht in einem einzelnen Fall an der Ausübung der Gerichtsbarkeit rechtlich oder tatsächlich verhindert ist;2.wenn es mit Rücksicht auf die Grenzen verschiedener Gerichtsbezirke oder aus sonstigen tatsächlichen Gründen ungewiss ist, welches Gericht für das Verfahren zuständig ist;3.w...

Die hier veröffentlichten Informationen stellen lediglich allgemeine Hinweise dar. Durch die Zurverfügungstellung dieser Informationen kommt weder ein Vertrag mit dem Leser zustande, noch kann hierdurch eine fundierte rechtliche Beratung ersetzt werden. Es wird keine Haftung übernommen im Hinblick auf Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen. Alle Rechte verbleiben beim Autor, eine Wiedergabe über egal welches Medium bedarf der Erlaubnis.