unleserliches Testament ungültig

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Rechtsanwalt Steffen Köster zum Thema unleserliches Testament ungültig

Top Schlagworte: Testament Erbrecht Auslegungsschwierigkeiten

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Ihre Kanzlei Königstraße zum Erbrecht: Ein unleserliches Testament ist ungültig!

Ein jüngst gefälltes Urteil des Oberlandesgerichts Schleswig (AZ 3 Wx 19/15, 16.7.2015) befasst sich mit einem handgeschriebenen Testament. Dies wurde so krakelig geschrieben, dass es nicht zweifelsfrei gelesen werden konnte. Sogar einem hinzugezogenen Schriftsachverständigen gelang es nicht, manche Teile des Testaments eindeutig zu entziffern. Das Testament ist deshalb ungültig. Anstelle des wahrscheinlich anderslautenden letzten Willens des Verstorbenen muss in diesem Fall die gesetzliche Erbfolge eingehalten werden.

Die Richter argumentierten, dass ein Testament notwendigerweise eine gewisse Form haben müsse, vor allem müsse es eindeutig lesbar sein.
Wir raten unseren Mandanten dringend davon ab, ein Testament selbst handschriftlich zu erstellen, ohne vorangegangene Beratung und Vorformulierung.

Unserem Erbrechtler Steffen Köster ist in 10-jähriger Erbrechtspraxis noch kein selbst erstelltes Testament vorgelegt worden, das frei von Auslegungsschwierigkeiten wäre. Ist nicht eindeutig klar, was der Erblasser wollte, können sich jahrelange Rechtstreitigkeiten ergeben, die viel Geld kosten und nicht selten Familien auseinander bringen.

Wird ein Testament nach vorformulierter Vorlage handschriftlich abgeschrieben, ist darauf zu achten, es lesbar abzuschreiben. Das Dokument sollte den Titel „Testament“ tragen, damit eindeutig ist, um was es sich handelt. Ort und Datum und vor allem die Unterschrift dürfen nicht fehlen. Ob zusätzlich die notarielle Beurkundung oder eine amtliche Verwahrung sinnvoll ist, klärt Ihr Rechtsanwalt im konkreten Einzelfall.

Bei allen juristischen Fragen rund um Testament, Erbengemeinschaft und Nachlass stehen Ihnen Steffen Köster, Fachanwalt für Erbrecht (national und international) sowie Kerstin Herr, Rechtsanwältin für Erbrecht und Vorsorgevollmachten in unserer Kanzlei in Stuttgart gerne zur Seite. Zu den steuerlichen Auswirkungen bei Erbschaft und Schenkung berät Sie unser Steuerberater Lars Heinrich. Vereinbaren Sie gerne einen Termin!




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Artikel - Info

Datum: 07.01.2016
zuletzt überarbeitet: 07.01.2016
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Erbrecht

Rechtsanwalt Steffen Köster
Kanzlei Königstraße
70173 Stuttgart
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Gesetze zum Thema:
BGB § 2258
Bürgerliches Gesetzbuch
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(1) Durch die Errichtung eines Testaments wird ein früheres Testament insoweit aufgehoben, als das spätere Testament mit dem früheren in Widerspruch steht.(2) Wird das spätere Testament widerrufen, so ist im Zweifel das frühere Testament in gleicher Weise wirksam, wie wenn es nicht aufgehoben worden wäre....
BGB § 2247
Bürgerliches Gesetzbuch
Eigenhändiges Testament
(1) Der Erblasser kann ein Testament durch eine eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichten.(2) Der Erblasser soll in der Erklärung angeben, zu welcher Zeit (Tag, Monat und Jahr) und an welchem Ort er sie niedergeschrieben hat.(3) Die Unterschrift soll den Vornamen und den Familiennamen des Erblassers enthalten. Unterschreibt der Erblasser in anderer Weise und reicht diese Unt...
FamFG § 349
Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit
Besonderheiten bei der Eröffnung von gemeinschaftlichen Testamenten und Erbverträgen
(1) Bei der Eröffnung eines gemeinschaftlichen Testaments sind die Verfügungen des überlebenden Ehegatten oder Lebenspartners, soweit sie sich trennen lassen, den Beteiligten nicht bekannt zu geben.(2) Hat sich ein gemeinschaftliches Testament in besonderer amtlicher Verwahrung befunden, ist von den Verfügungen des verstorbenen Ehegatten oder Lebenspartners eine beglaubigte Abschrift anzufertigen....

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