Vorsicht bei Schwarzgeld im Nachlass - Erben müssen schnell handeln!

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Rechtsanwalt Thorsten S. Wacha II zum Thema Vorsicht bei Schwarzgeld im Nachlass - Erben müssen schnell handeln!

Top Schlagworte: Erblasser Erben Steuerhinterziehung

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Auch in einem Erbfall besteht die Gefahr für Erben, sich der Steuerhinterziehung strafbar zu machen. Dabei schützt auch hier Unwissenheit nicht vor Strafe. Wer als Erbe Schwarzgeld im Vermögen hat, muss mit einem Strafverfahren rechnen. Die Steuerfahndung ist entsprechend auf diese Konstellationen vorbereitet. Erben sind daher gut beraten, den Nachlass auf Schwarzgeld zu untersuchen. Bei einem diesbezüglichen Fund ist dies unverzüglich den zuständigen Behörden zu melden.

Ein Erbe tritt mit allen Rechten, aber auch Pflichten in die Fußstapfen seines Erblassers. Dabei kann der Erblasser nicht nur Vermögen, sondern auch Schulden erben. Insbesondere aber kann der Erbe auch Schwarzgeld des Erblassers erben, das der Erblasser vor dem Fiskus unversteuert verborgen hat. Zwar ist ein Erbe oder auch eine Erbengemeinschaft nicht für eine vom Erblasser begangene Steuerhinterziehung verantwortlich, allerdings müssen solche Schwarzgelder dem Fiskus unverzüglich gemeldet werden. Wird eine solche Meldung unterlassen beziehungsweise zu spät abgegeben, macht sich auch der Erbe beziehungsweise jeder einzelne Erbe einer Erbengemeinschaft der Steuerhinterziehung strafbar. Oft denken Erben aber überhaupt nicht an solche Konstellationen und schlittern in ein Steuerstrafverfahren arglos hinein. Für den Staat spielt dies aber keine Rolle, da der Erbe insoweit eine Pflicht hat, die Herkunft des Vermögens, insbesondere bei Anhaltspunkten, genau zu überprüfen. Wenn Erben es in solchen Fällen billigend in Kauf nehmen, dass sich eventuell auch unversteuertes Vermögen im Nachlass befindet, dann machen sie sich eindeutig strafbar. Der Fiskus kennt hier keine Gnade. Hohe Geld- und Gefängnisstrafen können die Folge sein.

THOWA-Tipp: Selbstanzeigen in Erbschaftsfällen erweisen sich häufiger als schwieriger, als sie ohnehin in \"normalen\" Fällen schon sind. Es ist daher dringend davon abzuraten, solche Selbstanzeigen mittels vorgefertigter Musterformulare oder etwa auch auf eigene Faust und ohne versierten Berater zu erstellen. Die Gefahr, dass solche Selbstanzeigen fehlerhaft sind und damit die Selbstanzeige keine strafbefreiende Wirkung entfalten kann, ist immens. Wer auf der sicheren Seite sein will, der sollte einen Experten im Bereich der Selbstanzeige zu Rate ziehen und einen ausgeklügelten Plan für seinen Einzelfall erarbeiten lassen. Nur so ist gewährleistet, dass alle notwendigen Informationen vorhanden und eine zutreffende steuerliche, strafrechtliche und steuerstrafrechtliche Bewertung des Sachverhaltes erfolgen kann. So kann dann am Ende auch die Selbstanzeige, die lege artis erstellt wurde, ihre gewünschte strafbefreiende Wirkung entfalten.




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Datum: 02.07.2015
zuletzt überarbeitet: 02.07.2015
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Steuerrecht

Rechtsanwalt Thorsten S. Wacha II
THOWA
79261 Gutach im Breisgau
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Autor: Rechtsanwalt Thorsten S. Wacha II    an Rechtsanwalt Thorsten S. Wacha II schreiben

Gesetze zum Thema:
BGB § 2077
Bürgerliches Gesetzbuch
Unwirksamkeit letztwilliger Verfügungen bei Auflösung der Ehe oder Verlobung
(1) Eine letztwillige Verfügung, durch die der Erblasser seinen Ehegatten bedacht hat, ist unwirksam, wenn die Ehe vor dem Tode des Erblassers aufgelöst worden ist. Der Auflösung der Ehe steht es gleich, wenn zur Zeit des Todes des Erblassers die Voraussetzungen für die Scheidung der Ehe gegeben waren und der Erblasser die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt hatte. Das Gleiche gilt, wenn der E...
BGB § 2252
Bürgerliches Gesetzbuch
Gültigkeitsdauer der Nottestamente
(1) Ein nach § 2249, § 2250 oder § 2251 errichtetes Testament gilt als nicht errichtet, wenn seit der Errichtung drei Monate verstrichen sind und der Erblasser noch lebt.(2) Beginn und Lauf der Frist sind gehemmt, solange der Erblasser außerstande ist, ein Testament vor einem Notar zu errichten.(3) Tritt im Falle des § 2251 der Erblasser vor dem Ablauf der Frist eine neue Seereise an, so wird die ...
FamFG § 343
Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit
Örtliche Zuständigkeit
(1) Örtlich zuständig ist das Gericht, in dessen Bezirk der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte.(2) Hatte der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes keinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland, ist das Gericht zuständig, in dessen Bezirk der Erblasser seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hatte.(3) Ist eine Zuständigkeit nach den Absätzen 1 und 2 nicht geg...

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