Was tun bei Trennung und Scheidung

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Rechtsanwältin Sylvia Weiße zum Thema Was tun bei Trennung und Scheidung

Top Schlagworte: Kinder Ehegatten Scheidung

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Die ansteigende Scheidungsrate zeigt, dass sich bedauerlicherweise immer mehr Paare scheiden lassen. Auf einmal müssen sich die Betroffenen nicht nur mit emotionalen Themen auseinandersetzen, sondern auch mit vielen rechtlichen Fragen.

Trennungszeit - Häufig ist die Trennung auch gleich mit einer räumlichen Trennung verbunden, d.h., einer der Partner verlässt die gemeinsame Wohnung. Nicht einfach, aber möglich ist es, dass Trennungsjahr innerhalb der ehelichen Wohnung abzuleisten.Das Datum der Trennung von „Tisch und Bett“ ist für eine spätere Scheidung wichtig.

Scheidung – Eine Ehe kann vom Familiengericht geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Bei einer einvernehmlichen Scheidung kann diese nach Ablauf des Trennungsjahres erfolgen, da hier die Lebensgemeinschaft nicht mehr besteht und das Scheitern vermutet wird. Ist einer der beiden Ehegatten mit der Scheidung nicht einverstanden, muss eine 3-Jahresfrist eingehalten werden, da nach drei Jahren des Getrenntlebens ebenfalls per Gesetz unwiderlegbar vermutet wird, dass die Ehe gescheitert ist. Ehegattenunterhalt - Nach der Scheidung kann der geschiedene Partner vom Ex – Ehegatten unter bestimmten Umständen Nachehegattenunterhalt verlangen und während der Trennungszeit Trennungsunterhalt.

Zugewinn – Bei Durchführung des Zugewinnausgleichs werden Anfangs- und Endvermögen beider Ehegatten während der Laufzeit der Ehe mittels eines Berechnungsverfahren miteinander verglichen. Derjenige, der eine geringere Vermögenssteigerung (Zugewinn) hat, kann von dem anderen die Hälfte des Unterschiedsbetrages verlangen.

Versorgungsausgleich - Unter Versorgungsausgleich versteht man die Verteilung der während der Ehe erworbenen Ansprüche der beiden Ehegatten auf Versorgung wegen Alters- bzw. wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit.

Kindesunterhalt - Derjenige Ex-Ehegatte, bei dem die Kinder nicht leben, ist zur Zahlung von Barunterhalt, sprich Geld, verpflichtet. Die Höhe dieses Unterhaltes richtet sich nach dem so genannten bereinigten Nettoeinkommen des Unterhaltsverpflichteten. Zur Feststellung dieses Nettoeinkommens und der Höhe des sich daraus ergebenden Unterhalts sind von der Rechtsprechung Leitlinien und Tabellen entwickelt worden wie die Düsseldorfer Tabelle. Die Unterhaltspflicht setzt immer zwei Sachen voraus, einmal die Bedürftigkeit des Unterhaltsgläubigers und andererseits die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen. Gerade die Leistungsfähigkeit des Schuldners ist durch den Selbstbehalt (Eigenbedarf) begrenzt, damit dieser nicht durch die Zahlung von Unterhalt selbst bedürftig wird. Die Pflicht zum Unterhalt besteht im Allgemeinen nicht nur gegenüber Minderjährigen sondern auch darüber hinaus für Zeiten der Ausbildung.

Hausratsaufteilung – Es muss geklärt werden, wer in der ehelichen Wohnung verbleibt und wie der gemeinsame Hausstand aufgeteilt wird.

Sorgerecht für die Kinder – Grundsätzlich verbleibt es auch nach der Scheidung beim gemeinsamen Sorgerecht. Ein Ehegatte kann jedoch den Antrag auf Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge stellen, wenn das Kindeswohl gefährdet ist.

Umgangsrecht - Dem Ehegatten, bei dem sich die Kinder nicht aufhalten steht ein Umgangs – bzw. Besuchsrecht mit den Kindern zu. Hier sind zahlreiche Regelungen möglich über den Rhythmus und die Dauer des Umgangsrechtes, ebenso können Regelungen zu Geburtstagen, Weihnachten und sonstigen Feiertagen oder auch Ferienzeiten getroffen werden.

Mit diesen und vielen andere Fragen müssen Sie sich im Fall einer Trennung und Scheidung beschäftigen. Beides bedeutet leider sehr oft extrem emotionale Auseinandersetzungen zwischen Menschen, die sich einmal sehr nahe gestanden und einen Teil ihres Lebenswegs gemeinsam gegangen sind.
Gerade im Familienrecht ist deshalb nicht nur die fachliche Kompetenz des Anwalts gefragt, sondern auch eine einfühlsame Beratung mit Gespür für die seelische Situation des Mandanten und des Expartners.
Ist der beratungsbedürftige Ehegatte finanziell nicht in der Lage, die Kosten für einen Anwalt zu tragen, leistet der Staat Hilfestellung durch Beratungs- oder Verfahrenskostenhilfe.




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Datum: 04.03.2015
zuletzt überarbeitet: 04.03.2015
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Familienrecht

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Rechtsanwaltskanzlei Sylvia Weiße
04824 Beucha
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Gesetze zum Thema:
BGB § 1741
Bürgerliches Gesetzbuch
Zulässigkeit der Annahme

(1) Die Annahme als Kind ist zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass zwischen dem Annehmenden und dem Kind ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht. Wer an einer gesetzes- oder sittenwidrigen Vermittlung oder Verbringung eines Kindes zum Zwecke der Annahme mitgewirkt oder einen Dritten hiermit beauftragt oder hierfür belohnt hat, soll ein Kind nur dann annehmen, wenn dies zum Wohl des Kindes erforderlich ist.

(2) Wer nicht verheiratet ist, kann ein Kind nur allein annehmen. Ein Ehepaar kann ein Kind nur gemeinschaftlich annehmen. Ein Ehegatte kann ein Kind seines Ehegatten allein annehmen. Er kann ein Kind auch dann allein annehmen, wenn der andere Ehegatte das Kind nicht annehmen kann, weil er geschäftsunfähig ist oder das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

BGB § 1751
Bürgerliches Gesetzbuch
Wirkung der elterlichen Einwilligung, Verpflichtung zum Unterhalt

(1) Mit der Einwilligung eines Elternteils in die Annahme ruht die elterliche Sorge dieses Elternteils; die Befugnis zum persönlichen Umgang mit dem Kind darf nicht ausgeübt werden. Das Jugendamt wird Vormund; dies gilt nicht, wenn der andere Elternteil die elterliche Sorge allein ausübt oder wenn bereits ein Vormund bestellt ist. Eine bestehende Pflegschaft bleibt unberührt. Für den Annehmenden gilt während der Zeit der Adoptionspflege § 1688 Abs. 1 und 3 entsprechend.

(2) Absatz 1 ist nicht anzuwenden auf einen Ehegatten, dessen Kind vom anderen Ehegatten angenommen wird.

(3) Hat die Einwilligung eines Elternteils ihre Kraft verloren, so hat das Familiengericht die elterliche Sorge dem Elternteil zu übertragen, wenn und soweit dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht.

(4) Der Annehmende ist dem Kind vor den Verwandten des Kindes zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet, sobald die Eltern des Kindes die erforderliche Einwilligung erteilt haben und das Kind in die Obhut des Annehmenden mit dem Ziel der Annahme aufgenommen ist. Will ein Ehegatte ein Kind seines Ehegatten annehmen, so sind die Ehegatten dem Kind vor den anderen Verwandten des Kindes zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet, sobald die erforderliche Einwilligung der Eltern des Kindes erteilt und das Kind in die Obhut der Ehegatten aufgenommen ist.

BGB § 1593
Bürgerliches Gesetzbuch
Vaterschaft bei Auflösung der Ehe durch Tod

§ 1592 Nr. 1 gilt entsprechend, wenn die Ehe durch Tod aufgelöst wurde und innerhalb von 300 Tagen nach der Auflösung ein Kind geboren wird. Steht fest, dass das Kind mehr als 300 Tage vor seiner Geburt empfangen wurde, so ist dieser Zeitraum maßgebend. Wird von einer Frau, die eine weitere Ehe geschlossen hat, ein Kind geboren, das sowohl nach den Sätzen 1 und 2 Kind des früheren Ehemanns als auch nach § 1592 Nr. 1 Kind des neuen Ehemanns wäre, so ist es nur als Kind des neuen Ehemanns anzusehen. Wird die Vaterschaft angefochten und wird rechtskräftig festgestellt, dass der neue Ehemann nicht Vater des Kindes ist, so ist es Kind des früheren Ehemanns.


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