Erstkontakt mit dem Rechtsanwalt – Welche Kosten kommen auf mich zu?

Was Rechtsanwälte für die Erstberatung höchstens verlangen dürfen, regelt verbindlich das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). § 34 RVG sieht für die Erstberatung eines Verbrauchers eine Gebühr von maximal € 190,- zzgl. USt. also € 226,10 vor. Diese Begrenzung gilt nicht für eine Beratung in Zusammenhang mit einer selbstständigen oder gewerblichen Tätigkeit. Wenn es sich um eine einfache Rechtsfrage und eine kurze Auskunft handelt, wird die Gebühr sogar oftmals geringer ausfallen.

 

Wenn der Anwalt darüber hinaus seine Auskunft schriftlich in einem Gutachten erteilt, kann er maximal € 250 (zzgl. USt. € 297,50) verlangen.

 

Diese Höchstgrenzen gelten jedoch nur, wenn es keine schriftliche Honorarvereinbarung gibt. Beispielsweise kann ein Rechtsanwalt eine Erstberatung auch nach einem Stundenhonorar abrechnen oder auch eine höhere Pauschale verlangen, wenn dies vorher schriftlich mit dem Mandaten vereinbart wurde.

 

In bestimmten Fällen bieten Rechtsanwälte auch kostenlose Erstberatungen an, insbesondere wenn Verbraucher zunächst eine Einschätzung benötigen, ob überhaupt Ansprüche geltend gemacht werden können. Beispiele hierfür sind fehlerhafte Widerrufsbelehrungen bei Baufinanzierungen oder Ansprüche nach Kündigung von Lebens- und Rentenversicherungen, ebenso der Bereich des Diesel-Abgasskandals und das Thema Filesharing.

 

Nach dem BGH ist eine kostenlose anwaltliche Erstberatung jedenfalls zulässig.

 

Grundsätzlich empfiehlt es sich natürlich, den Rechtsanwalt vor dem Gespräch auf die zu erwartenden Kosten anzusprechen. Jeder seriöse Rechtsanwalt wird hierzu eine transparente Auskunft geben.

 

Entscheidet der Rechtssuchende sich nach einer Erstberatung dazu, den Rechtsanwalt zu beauftragen, beurteilen sich die hierfür anfallenden Kosten wiederum nach den Vorschriften des RVG. Eine erste Abschätzung kann unser Kostenrechner liefern. Dem Rechtsanwalt ist es nicht erlaubt für seine Leistungen weniger zu verlangen als es im RVG vorgesehen ist. Eine schriftliche Honorarvereinbarung, die über die Gebühren des RVG hinaus geht, ist jedoch zulässig.

 

Die Vereinbarung eines Erfolgshonorars wie es z.B. in den USA durchaus üblich ist, ist nach deutschem Recht nur in Ausnahmefällen erlaubt. Nach § 4a RVG nämlich dann , wenn der Mandant aufgrund seiner wirtschaftlichen Verhältnisse ohne die Vereinbarung eines Erfolgshonorars seine Rechte nicht durchsetzen würde. Dies gilt erst seit 2008, davor war eine erfolgsabhängige Vergütung für Rechtsanwälte verboten.

 

Falls eine Rechtsschutzversicherung besteht, sollte der Rechtssuchende vor dem Gang zum Rechtsanwalt Kontakt mit der Versicherung aufnehmen und um eine Deckungszusage für den konkreten Sachverhalt bitten. Rechtsschutzversicherungen decken regelmäßig nur bestimmte Rechtsgebiete und/ oder anwaltliche Tätigkeiten ab.