Höhere Anwaltsgebühren ab 2021

Der Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums zur Erhöhung von Anwaltsvergütung und Justizkosten wurde schon vor einiger Zeit beschlossen. Allerdings war unklar, ob der Bundesrat der Erhöhung bereits zum 01.01.2021 zustimmt. Aufgrund der angespannten Lage in den Länderhaushalten war vor allem in der Anwaltschaft befürchtet worden, dass der Bundesrat eine Gebührenerhöhung erst für 2023 billigen würde.

Mit der Änderung des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) steigen die Anwaltsgebühren um 10% (im Sozialrecht um 20%). Die Gerichtsgebühren steigen ebenfalls linear um 10%. Daneben wird auch die Vergütung für Sachverständige, Gutachter und Dolmetscher erhöht.

Die Rechtsdurchsetzung wird damit für den Bürger ab 2021 teurer werden. Es ist zu erwarten, dass sich dies auch in einer Prämienerhöhung bei den Rechtsschutzversicherungen niederschlägt.

BRAK und DAV zufrieden

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) und der Deutsche Anwaltverein (DAV) zeigten sich erfreut über die Erhöhung. „Wir sind sehr froh, dass die Anpassung jetzt kommt, denn das war für die Anwaltschaft nach mehr als sieben Jahren wirklich bitter nötig“, meint DAV-Präsidentin Edith Kindermann. „Für die Anwaltschaft war das ein langer Weg, haben wir doch seit 2018 dafür gekämpft, dass die anwaltliche Vergütung an die wirtschaftliche Entwicklung in den letzten sieben Jahren zumindest angenähert wird“, betont der Präsident der BRAK Ulrich Wessels.

(Gemeinsame Presseerklärung von BRAK und DAV vom 18.12.2020)